Auswandern lohnt sich: Studie zeigt deutlichen Anstieg der Lebenszufriedenheit
- Redaktion Mittagsmagazin
- 18. Dez. 2024
- 1 Min. Lesezeit
Menschen, die Deutschland verlassen, erfahren einer Untersuchung zufolge eine spürbare Verbesserung ihrer Lebenszufriedenheit. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) in Wiesbaden mitteilte, ergab die German Emigration and Remigration Panel Study (Gerps) zwischen 2018 und 2022, dass die Lebenszufriedenheit nach einer Auswanderung auf einer Skala von null bis zehn im Durchschnitt um 0,5 Punkte steigt.
Auswirkungen der Entscheidung auf Paare und Singles
Die Studie hebt hervor, dass Singles besonders von einer Auswanderung profitieren. Sie verzeichnen den größten Zuwachs an Lebenszufriedenheit, im Schnitt um 0,6 Punkte. Dagegen ist der Anstieg bei Menschen in Partnerschaften weniger stark ausgeprägt – vor allem, wenn der Entschluss für die Migration überwiegend vom anderen Partner getroffen wurde.
"Die Möglichkeit, persönliche Präferenzen und Bedürfnisse in die Migrationsentscheidung einzubringen, spielt eine zentrale Rolle für die Steigerung der Lebenszufriedenheit", erklärte Studienmitautor Heiko Rüger.
Persönliche Entscheidungsfreiheit als Schlüssel
Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist, dass die Selbstbestimmung bei der Migrationsentscheidung maßgeblich zum Zugewinn an Zufriedenheit beiträgt. Menschen, die selbst über ihre Auswanderung entscheiden konnten, profitieren demnach besonders stark.
"Dies ist ein bemerkenswerter Anstieg, der im Vergleich etwa doppelt so hoch ist wie der Zugewinn durch einen Umzug innerhalb Deutschlands oder die Geburt eines Kinds", erläuterte Nico Stawarz vom BIB.
Langfristige Effekte und mögliche Gewöhnung
Bis zu zwei Jahre nach der Auswanderung bleibt die Lebenszufriedenheit der Befragten auf einem deutlich höheren Niveau. Allerdings zeigen die Daten, dass sich dieser Effekt mit zunehmender Aufenthaltsdauer im Ausland abschwächt. Dies könnte laut der Forscher auf Gewöhnungseffekte oder eine veränderte Wahrnehmung des neuen Lebensumfelds zurückzuführen sein.