Gewalt gegen Lehrkräfte: Zunahme von körperlichen und psychischen Übergriffen in Schulen
- Redaktion Mittagsmagazin
- 26. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Eine neue Forsa-Studie im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) zeigt ein beunruhigendes Bild: Gewalt gegen Lehrkräfte nimmt deutschlandweit zu – sowohl in psychischer als auch in körperlicher Form. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Alarmierende Zahlen aus Baden-Württemberg
„Hochgerechnet auf die Grundgesamtheit kam es allein in Baden-Württemberg binnen fünf Jahren an rund 1.000 Schulen zu körperlichen Angriffen auf Lehrkräfte“, erklärte Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Bildungsverbands in Baden-Württemberg und VBE-Chef. Dies bedeute konkret, dass „an jedem einzelnen Schultag in Baden-Württemberg mindestens eine Lehrkraft körperlich attackiert wird“.
Gesellschaftliche Entwicklung als Ursache
Brand sieht die Ursachen für diese Gewalt in den gesellschaftlichen Veränderungen. „Schule ist ein Abbild der Gesellschaft“, betonte er. Respekt und Empathiefähigkeit seien laut ihm zunehmend verloren gegangen. In einer Gesellschaft, in der die soziale Ungleichheit wächst und radikale Positionen häufiger werden, fehle es an verbindendem „sozialem Kitt“. Diese gesellschaftlichen Spannungen würden von den Schülerinnen und Schülern in den Schulalltag getragen.
Gewalt als Tabuthema?
Ein weiteres Problem sei der Umgang mit Gewaltvorfällen. Brand ermutigte Lehrkräfte und Schulen, solche Ereignisse zu melden. Dennoch berichtet fast ein Fünftel der Schulleitungen, dass von den zuständigen Schulbehörden wenig Unterstützung kommt und Meldungen sogar unerwünscht seien.
Forderungen: Schutz und Unterstützung für Lehrkräfte
Nach Ansicht von Brand reichen psychologische Angebote allein nicht aus. Er fordert auch eine juristische Absicherung für betroffene Lehrkräfte: „Bis heute gibt es bei Gewaltvorfällen gegen Lehrkräfte keine Anzeige von Amts wegen, stattdessen werden Lehrkräfte mit dem Problem allein gelassen und müssen privat Anzeige erstatten.“