Kriminalstatistik 2024: Mehr Gewalt trotz insgesamt sinkender Straftaten
- Redaktion Mittagsmagazin
- vor 20 Stunden
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Im Jahr 2024 wurde insgesamt ein Rückgang der registrierten Straftaten verzeichnet. Dennoch gibt es einen besorgniserregenden Trend: Die Zahl der Gewaltdelikte ist im Vergleich zum Vorjahr leicht angestiegen. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Besonders häufig betroffen sind Fälle von Körperverletzung und sexualisierte Gewalt, einschließlich Vergewaltigungen.
Täglich 600 Gewaltdelikte
Bundesinnenministerin Nancy Faeser präsentierte den Bericht zur Kriminalitätsentwicklung und machte auf eine alarmierende Zahl aufmerksam: „Jeden Tag verzeichnet die Polizei rund 600 Gewaltdelikte.“ Besondere Besorgnis erregt der Anstieg tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher, deren Zahl in den vergangenen Jahren gestiegen ist.
Psychische Belastung als Risikofaktor
Der Präsident des Bundeskriminalamts, Holger Münch, sieht einen Zusammenhang zwischen der Zunahme jugendlicher Tatverdächtiger und psychischen Belastungen. Er erklärt: „Wir haben Hinweise aus anderen Daten, dass die psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen zunehmen, zugenommen haben, insbesondere im Vergleich zur Zeit vor der Covid-19-Pandemie.“ Er warnt, dass ungünstige Einflussfaktoren die Wahrscheinlichkeit erhöhen könnten, dass junge Menschen Straftaten begehen.
Zunehmende Gewalt gegen Frauen
Ein weiterer besorgniserregender Punkt ist die steigende Gewalt gegen Frauen. Laut Bericht hat die Zahl von Vergewaltigungen, sexueller Nötigungen und sexuellen Übergriffen um 9,3 Prozent zugenommen. Faeser fordert daher verstärkten Schutz für betroffene Frauen: „Wir brauchen aber auch eine effektive Strafverfolgung der Täter. Und wir brauchen endlich die elektronische Fußfessel, damit sich Täter bedrohten Frauen nicht mehr unbemerkt nähern können.“
Anstieg nicht-deutscher Tatverdächtiger
Die Zahl der nicht-deutschen Tatverdächtigen bei Gewaltdelikten ist im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Prozent gestiegen. Der Bericht erklärt diesen Anstieg teilweise durch die höhere Zuwanderung im Jahr 2024.
Kritik an der Kriminalstatistik
Kritiker:innen weisen darauf hin, dass die Statistik nicht unbedingt die Realität widerspiegele. Sie argumentieren, dass migrantisch gelesene Menschen häufiger kontrolliert und angezeigt würden als andere Bevölkerungsgruppen. Zudem handele es sich bei der Statistik nur um Verdachtsfälle – eine tatsächliche Schuld werde erst durch ein juristisches Urteil festgestellt.