Krisen belasten Kinder: Wie die Pandemie und globale Herausforderungen ihre Lebensqualität beeinträchtigen
- Redaktion Mittagsmagazin
- 5. Dez. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Hamburg zeigt, dass viele Kinder auch nach dem Ende der Corona-Pandemie weiterhin unter einer eingeschränkten Lebensqualität leiden. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Obwohl es langsam aufwärts geht, bleibt die Lage besorgniserregend: Rund jedes fünfte Kind äußert Zukunftsängste.
Neue Herausforderungen nach der Pandemie
Nach der Corona-Krise sehen sich junge Menschen nun mit anderen gravierenden Problemen konfrontiert. Die Auswirkungen von Kriegen wie in der Ukraine und Gaza, wirtschaftliche Unsicherheiten und die anhaltende Klimakrise lasten schwer auf ihnen. Laut der Studie hat dies erhebliche Konsequenzen für die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. „Bei Kindern mit Sorgen ist das Risiko für psychische Probleme dreimal so hoch“, erklärt Ulrike Ravens-Sieberer, Leiterin der Forschungsgruppe.
Im Herbst 2024 geben 21 Prozent der Kinder an, dass ihr Wohlbefinden schlecht ist – eine Zahl, die deutlich über den 15 Prozent vor der Pandemie liegt.
Die Rolle der sozialen Medien
Ein erheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen verbringt täglich mehr als vier Stunden in sozialen Medien. Diese intensive Nutzung trägt kaum dazu bei, Ängste abzubauen, sondern verstärkt stattdessen oft das Gefühl von Einsamkeit. So stieg der Anteil derjenigen, die sich alleine fühlen, von 14 auf 21 Prozent.
Kinder aus belasteten Familien besonders gefährdet
Kinder aus Familien mit niedrigem sozialem Status stehen unter besonders hohem Risiko. Faktoren wie finanzielle Schwierigkeiten, beengte Wohnverhältnisse oder geringe Bildung der Eltern erhöhen das Risiko für psychische Erkrankungen um das Zwei- bis Dreifache.
Schutz durch Geborgenheit und Struktur
Was Kinder und Jugendliche in Krisenzeiten schützt, sind Liebe und Stabilität im familiären Umfeld. Zeit mit den Eltern, ein geregelter Tagesablauf und das Gefühl, geliebt zu werden, wirken wie ein Schutzschild gegen Sorgen und Ängste. Die Studie betont zudem die Notwendigkeit von niedrigschwelligen Unterstützungsangeboten und psychologischer Betreuung, insbesondere in Schulen.
Die Bedeutung der Copsy-Studie
Die Hamburger Copsy-Studie gilt als einzigartig in Deutschland. Ursprünglich wurde sie ins Leben gerufen, um die Auswirkungen der Pandemie auf die Psyche junger Menschen zu erfassen. Mittlerweile untersucht die Studie, wie sich Kinder und Jugendliche von dieser Phase erholen und wie sie mit den aktuellen Herausforderungen umgehen. Die Ergebnisse basieren auf Selbsteinschätzungen der jungen Teilnehmer.