Laut Gema: Deutschsprachige Musik im Radio auf dem Rückzug
- Redaktion Mittagsmagazin
- 14. März
- 1 Min. Lesezeit
In deutschen Radiosendern sind deutschsprachige Lieder immer seltener zu hören. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Laut der Musikverwertungsgesellschaft Gema lag der Anteil deutschsprachiger Titel im Jahr 2024 bei privaten Radiosendern lediglich bei 3 Prozent. Öffentlich-rechtliche Sender schnitten mit einem Anteil von 10 Prozent etwas besser ab. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 lagen diese Werte noch bei 10 beziehungsweise 16 Prozent. Eine Langzeit-Analyse der Gema zeigt zudem, dass besonders Privatsender fast ausschließlich aktuelle Chart-Hits spielen.
Auswirkungen auf die Musiklandschaft
Der Vorsitzende des Gema-Aufsichtsrats, Ralf Weigand, sieht diese Entwicklung kritisch: "Eine lebendige Musikkultur braucht Vielfalt, innovative Musik und muss Startrampen für Nachwuchskünstler bereitstellen." Insbesondere weniger bekannte Musiker seien auf Radiosender angewiesen, die auch lokale oder abseits des Mainstreams angesiedelte Musik ins Programm nehmen.
Kaum noch Platz für deutschsprachige Musik
Lediglich jeder zehnte Radiosender enthielt 2024 mehr als 20 Prozent deutschsprachige Titel in seinem Programm. Eine Ausnahme bilden Schlagerwellen, die fast ausschließlich deutsche Musik spielen. Gleichzeitig nehmen auch redaktionell betreute Musiksendungen immer weiter ab. Laut Gema lag der Anteil moderierter Musiksendungen während der Untersuchungszeit meist zwischen 2 und 3 Prozent.
Unterschiedliche Strategien bei Nischenmusik
Besonders auffällig ist der Kontrast zwischen privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern, wenn es um Nischenrepertoires wie Jazz, Klassik und Volksmusik geht. Während öffentlich-rechtliche Stationen durchschnittlich 30 Prozent ihres Programms für weniger bekannte Werke abseits der Charts reservieren, sind es bei privaten Sendern weniger als 5 Prozent. Diese Entwicklung zeigt, dass die Radiolandschaft in Deutschland sich zunehmend auf populäre, internationale Musik konzentriert und dabei die Vielfalt der Musikszene vernachlässigt.