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Medienkonsum im Fokus: Wie riskante oder problematische Nutzung Jugendliche beeinflusst

Stundenlanges Gaming, ununterbrochenes Scrollen durch Social Media oder exzessives Video-Streaming – laut einer aktuellen Studie der DAK weisen mehr als eine Million Kinder und Jugendliche in Deutschland ein riskantes oder sogar krankhaftes Nutzungsverhalten auf. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".


Frühsymptome und mögliche Ursachen


"Ein typisches Frühsymptom ist der Leistungsknick in der Schule und nachlassendes Interesse am Unterricht", erklärt Prof. Rainer Thomasius, ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am UKE. Allerdings könne ein solches Verhalten nicht immer direkt als problematischer Medienkonsum interpretiert werden. Auch pubertäre Krisen oder emotionale Belastungen durch schulischen Stress und soziale Konflikte könnten eine Rolle spielen. Als ernsthaft bedenklich gilt eine übermäßige Mediennutzung dann, wenn entsprechende Symptome über einen Zeitraum von mindestens zwölf Monaten andauern.


„Phubbing“ – Die Vernachlässigung sozialer Kontakte


Ein weiteres Phänomen, das in der Studie erstmals genauer untersucht wurde, ist das sogenannte "Phubbing". Der Begriff setzt sich aus den englischen Wörtern "Snubbing" (jemanden brüskieren) und "Phone" (Telefon) zusammen und beschreibt das übermäßige Nutzen des Smartphones während sozialer Interaktionen. Besonders häufig tritt dies in Gesprächen oder bei gemeinsamen Mahlzeiten auf.


Auswirkungen auf Kinder, Jugendliche und Eltern


Die Studie ergab, dass 35,2 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen sich durch die Smartphone-Nutzung anderer ignoriert fühlen. Zudem haben 25,2 Prozent bereits soziale Konflikte in diesem Zusammenhang erlebt. Doch nicht nur junge Menschen sind betroffen – auch Eltern berichten von ähnlichen Erfahrungen: 29,2 Prozent gaben an, sich durch das Verhalten ihrer Kinder übergangen zu fühlen, während 28,2 Prozent bereits Konflikte deswegen hatten.


Besonders alarmierend: Kinder und Jugendliche, die häufig "Phubbing" erfahren, neigen laut der Studie stärker zu Einsamkeit, Depressionen, Ängsten und Stress als jene, die seltener mit diesem Verhalten konfrontiert werden. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines bewussten und maßvollen Umgangs mit digitalen Medien in unserer Gesellschaft.

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