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TikTok und ADHS: Wie Fehlinformationen die Wahrnehmung der Störung beeinflussen

Eine aktuelle US-Studie, die im Fachjournal "PLOS One" veröffentlicht wurde, zeigt, dass zahlreiche populäre TikTok-Videos zum Thema ADHS fehlerhafte Informationen enthalten. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".


Rund die Hälfte der knapp 100 meistgesehenen Videos zu dieser Thematik enthielt unzutreffende Angaben.


Wissenschaftlich nicht fundierte Inhalte verbreiten sich rasant


Laut den Forschungsergebnissen sind viele in den TikTok-Videos genannte Symptome nicht spezifisch für ADHS. Expert*innen kamen zu dem Schluss, dass 68,5 Prozent dieser vermeintlichen Symptome eher allgemeine menschliche Erfahrungen widerspiegeln als klare Hinweise auf eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung.


Gefahr von Fehldiagnosen durch soziale Medien


Der unkritische Konsum solcher Inhalte kann dazu führen, dass Nutzer*innen alltägliche Verhaltensweisen fälschlicherweise als ADHS-Symptome interpretieren. Dies erschwert den ohnehin komplexen Prozess einer professionellen Diagnose und Behandlung. Die Studienautorinnen betonen, dass Fehlinformationen in sozialen Medien diesen Prozess weiter verkomplizieren.


Soziale Medien beeinflussen das Verständnis psychischer Erkrankungen


Die Studie verdeutlicht, dass Plattformen wie TikTok erheblichen Einfluss auf die Wahrnehmung psychischer Störungen in der Gesellschaft haben. Dies kann sowohl positive als auch negative Folgen haben.


Entstigmatisierung als Chance – professionelle Diagnosen als Notwendigkeit


Neben den Risiken gibt es auch einen positiven Aspekt: Die zunehmende Verbreitung von Informationen über ADHS in sozialen Medien trägt zur Entstigmatisierung der Erkrankung bei. Dennoch raten Expert*innen dazu, bei Verdacht auf ADHS eine gründliche Anamnese durch eine Fachkraft für psychische Gesundheit durchführen zu lassen, anstatt sich auf Internetquellen zu verlassen.

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