Corona-Ursprung: Experten prüfen geheime Hinweise des BND
- Redaktion Mittagsmagazin
- 13. März
- 2 Min. Lesezeit
Stammt das Coronavirus aus einem Labor im chinesischen Wuhan? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Politik. Laut Medienberichten hat das Kanzleramt Experten beauftragt, Indizien des Bundesnachrichtendienstes (BND) zu dieser These zu bewerten. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Wie die "Neue Zürcher Zeitung" berichtet, soll der BND plausible Hinweise auf einen Laborursprung des Virus gesammelt haben. Eine Expertenrunde wurde einberufen, um diese Erkenntnisse in den vergangenen Monaten zu bewerten.
"Projekt Saaremaa" – Eine geheime BND-Operation
Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" und der "Zeit" lief die BND-Untersuchung unter dem Decknamen "Projekt Saaremaa". Ziel der Operation waren chinesische Regierungsstellen und Wissenschaftseinrichtungen, darunter das Wuhan Institute of Virology, das in den Fokus der Laborthese gerückt ist.
Beteiligte Experten und aktuelle Erkenntnisse
Für die Überprüfung der BND-Hinweise wurden externe Wissenschaftler hinzugezogen. Zu den beteiligten Experten zählen der Präsident des Robert-Koch-Instituts, Lars Schade, sowie der Berliner Virologe Christian Drosten. Ein abschließendes Ergebnis ihrer Analyse liegt derzeit noch nicht vor.
Regierung äußert sich zurückhaltend
Christiane Hoffmann, stellvertretende Regierungssprecherin, erklärte vor Journalist:innen in Berlin, dass die Regierung die Berichterstattung zur Kenntnis genommen habe. Zu nachrichtendienstlichen Aktivitäten und Erkenntnissen könne sie jedoch keine Stellung beziehen. Sie verwies darauf, dass die zuständigen, geheim tagenden Gremien des Bundestages in solchen Angelegenheiten informiert würden.
Die zwei Ursprungs-Theorien des Virus
Die Diskussion um den Ursprung von Sars-CoV-2 konzentriert sich auf zwei Haupttheorien:
Laborthese: Das Virus könnte aus dem Wuhan Institute of Virology stammen, einem Labor, das an Coronaviren forscht.
Natürlicher Ursprung: Das Virus könnte – ähnlich wie das Sars-Virus von 2002/2003 – von einem tierischen Wirt auf den Menschen übergesprungen sein.
Kritik an fehlenden wissenschaftlichen Belegen
Befürworter der Laborthese argumentieren, dass China bislang keine überzeugenden wissenschaftlichen Belege für einen natürlichen Ursprung vorgelegt habe. „Chinesische Wissenschaftler haben dafür alle technischen Möglichkeiten“, erklärte Virologe Christian Drosten im Januar gegenüber der "taz". Er habe entsprechende Studien erwartet, diese seien jedoch nicht veröffentlicht worden. Dennoch hält Drosten aktuell einen natürlichen Ursprung von Sars-CoV-2 für die wahrscheinlichste Erklärung.