Deutschland im Wirtschaftstief: OECD prognostiziert langsamstes Wachstum unter Industrienationen
- Redaktion Mittagsmagazin
- 4. Dez. 2024
- 1 Min. Lesezeit
Laut dem neuen Wirtschaftsausblick der OECD wird Deutschland im kommenden Jahr das langsamste Wirtschaftswachstum aller Industrienationen verzeichnen. Mehr dazu jetzt in den "Besser Leben News".
Mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von lediglich 0,7 Prozent bleibt die größte Volkswirtschaft Europas weit hinter anderen Ländern zurück. Im Vergleich dazu soll die gesamte Euro-Zone ein Wachstum von 1,3 Prozent erreichen, während die USA mit 2,4 Prozent mehr als dreimal so stark zulegen dürften.
Stagnation in 2023 – Hoffnung erst für 2026
Für das laufende Jahr prognostiziert die OECD eine Stagnation der deutschen Wirtschaft. Erst 2026 wird ein moderater Aufschwung erwartet, der das Wachstum auf 1,2 Prozent anheben könnte.
Exporte und Konkurrenz als Belastung
Ein zentraler Faktor für die aktuelle Schwäche ist laut der OECD-Wirtschaftsexpertin Isabell Koske die sinkende Exportnachfrage aus China. Da Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern stärker in den Handel mit China eingebunden ist, trifft dieser Rückgang die deutsche Wirtschaft besonders hart. Hinzu kommt die wachsende Konkurrenz durch chinesische Hersteller, insbesondere in der Automobilindustrie, einem Kernsektor Deutschlands.
Restriktive Fiskalpolitik bremst zusätzlich
Ein weiterer Hemmschuh für die wirtschaftliche Entwicklung ist die restriktive Fiskalpolitik Deutschlands. Die Wiedereinführung der Schuldenbremse sowie das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Nutzung von Sondervermögen einschränkt, führten 2024 zu einem deutlichen Rückgang der öffentlichen Ausgaben.
Darüber hinaus sorgt die politische Unsicherheit für zusätzliche Belastungen: "Durch das Scheitern der Ampelregierung gibt es noch keinen Etat für 2025, was zur Unsicherheit für Unternehmen und Haushalte beiträgt", so die OECD.