Flexiblere Arbeitszeiten: Handel fordert wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit
- Redaktion Mittagsmagazin
- 24. März
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Der Handelsverband Deutschland (HDE) setzt sich für eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit ein. Alles dazu in den Nachrichten im LSJonline-Mittagsmagazin.
Präsident Alexander von Preen begrüßte den entsprechenden Vorschlag aus der Sondierungsvereinbarung zwischen Union und SPD. „Wir finden das sehr gut“, erklärte Preen gegenüber der Funke Mediengruppe. Dabei gehe es nicht nur um die Arbeitgeber: „Auch unsere Mitarbeiter wünschen sich mehr Flexibilität.“
Vorteile für Familie und Beruf
Preen sieht in einer wöchentlichen Arbeitszeitregelung eine Möglichkeit, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. „Das wäre eine Win-Win-Situation.“ Zudem entspreche der Vorschlag den Vorgaben des EU-Rechts. „Es wird also Zeit, dass wir diese Spielräume auch in Deutschland endlich voll ausschöpfen.“
Keine generelle Ausweitung der Öffnungszeiten
Eine generelle Verlängerung der Ladenöffnungszeiten befürwortet der HDE-Präsident jedoch nicht. „Ich bin nicht dafür, dass alle Geschäfte bis 22:00 oder 24:00 Uhr geöffnet haben.“ Besonders im Non-Food-Handel sei es wichtig, sich an den Besucherströmen in den Städten zu orientieren – und diese seien je nach Standort unterschiedlich. Im Lebensmittelhandel werde diese Flexibilität bereits vielerorts praktiziert.
Gewerkschaften lehnen Vorschlag ab
Die Gewerkschaften kritisieren die Pläne scharf. IG-Metall-Chefin Christiane Benner betonte: „Ich halte davon nichts.“ Sie verwies darauf, dass ausreichende Ruhezeiten ein hart erkämpftes gewerkschaftliches Recht seien.
In der Industrie sei eine wöchentliche statt tägliche Höchstarbeitszeit ohnehin kaum umsetzbar: „Da gibt es vielerorts Schichtsysteme, harte körperliche Belastung – über Kopf arbeiten kann man nicht über so viele Stunden.“
Sorge um Gesundheit der Beschäftigten
Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht die Umstellung kritisch. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel warnte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Die Einführung einer wöchentlichen statt täglichen Höchstarbeitszeit gekoppelt mit Anreizen für mehr Überstunden birgt hohe Risiken für die Gesundheit der Beschäftigten.“